Glorycorrie & Potamos

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Aus Hass wird innige Liebe

Ich bin ein Kind der DDR. Meine Familie war schon zur damaligen Zeit gläubig und somit für gewisse „Alleswissenwollende“ sehr interessant. Meine Mama hatte in den Siebzigern eine Prophetie von Reinhard Bonnke gehört, der ganz klar von Gott gesagt bekommen hatte, dass sich die beiden deutschen Länder wieder vereinigen werden. Wie das geschehen würde war natürlich eine Frage, die nur Gott wusste (wie bei jeder Prophetie), aber wir glaubten sie und beteten dafür und erwarteten es. Als es dann geschah, saßen wir weinend am Wohnzimmertisch – als 10jährige fragte ich mich natürlich schon, warum Mama jetzt weint, denn es hieß ja (für mich), dass wir nun in den Westen fahren können, wo ich mir (endlich) zu meiner Barbie einen Barbiemann kaufen konnte 🙂 …Kinderherzen!

Unbewusst hatte ich in meiner Kindheit – und das nicht von meiner Familie, sondern einfach von der Atmosphäre die im Land herrschte – eine Apathie gegenüber unserem Land (der DDR) entwickelt. Wir waren nun frei und doch wollte ich nur weg als Teenager, am besten ins Ausland.

Ich malte es mir in meiner Jugend aus wo ich leben könnte und war mir sicher, froh zu sein „endlich von hier wegzukommen“. In der Zeit vor und nach der Wende geschah dann genau das; immer mehr Menschen verließen das Land, weil es anderswo bessere Arbeit gab. Viele Gegenden im Osten starben förmlich aus, das Alter unter 30 war nicht mehr vorhanden und es war vielerorts richtig trostlos, leblos, ausgeblutet.

Trotz meiner Fluchtgedanken wollte ich immer, dass Gott unser Land mit seiner Liebe berührt, und damit meine ich nicht nur den Osten, sondern Ganzdeutschland. Ich machte immer wieder Erfahrungen, wie ich als „Ossi“ belächelt wurde und auch manch bösen Kommentar einfing. Das saß und tat weh. Es war trotz allem meine Heimat. Wenn jemand aus dem Ausland mir vorschwärmte wie schön doch Deutschland ist, lächelte ich meist freundlich, aber innerlich fand ich das lächerlich, es gab doch weitaus schönere Länder….

Als ich 21 war, ging ich für eine  School of Ministry (ähnlich einer Jüngerschaftsschule) nach Kanada. Ich liebte es dort, das Land, die Menschen, alles war so entspannt und nicht so deutsch-verkrampft. Nach 4 Monaten Schule wurden wir in Teams aufgeteilt, die an verschiedenen Orten der Welt das Gelernte anwenden konnten. Wir kamen nach Oklahoma, USA. Dort wurden wir geliebt, verwöhnt, beschenkt und empfingen mehr als wir weitergaben.

Eines Tages gab es während unserer Zeit dort eine Fürbitte-Konferenz. Ich fand die Gastsprecherin total abgefahren, was die alles anstellte um herauszufinden, was in der Stadt Umgebung geistlich abging. Sie war leidenschaftlich FÜR ihre Stadt. Während dieser Konferenz brach ein Satz von ihr meinen Hass gegenüber meinem Heimatland. Sie sagte, „Wenn du willst, dass Gott in deinem Land etwas tut, musst du es lieben und für es einstehen“. Ich brach vor der Bühne zusammen. JA, ich wollte dass Gott mein Heimatland verändert, aber mit der Einstellung die ich hatte, richtete ich mehr Schaden an, als das es Segen bringen würde. Ich weinte und weinte, tat Buße und bat Gott um Vergebung für meine Einstellung. Als ich dann am Ende der Schule wieder nach Deutschland kam, waren meine Augen geöffnet und ich „sah“ wie schön unser Land wirklich ist! Ich fing an mein Heimatland zu lieben, für es zu beten und Veränderung zu sehen.

Ich durfte bei vielen Konferenzen, Seminaren mitarbeiten und erleben wie Gott unser Land und unser Volk heilt, damit meine ich beide deutsche Seiten und auch die Wunde die es zwischen den beiden Ländern gab und teilweise noch gibt. Aus meiner Apathie wurde innige Liebe. Gott hat mein Herz mit Liebe erfüllt für meine Nation und ganz besonders für „mein Volk“ – den Osten. Als mein Mann und ich heiraten, stand die Frage „Wo ruft uns Gott hin?“ Er lebte bis zur Hochzeit in Großbritannien und wir suchten nach Gottes Willen. Wir haben beide ein Herz/einen Ruf in die Nationen, aber wie spürten deutlich, dass Gott uns hierher ruft, in unser beider Heimat, um unserem Volk ein Segen zu sein. Es ist spannend zu sehen, wie ER wirkt, wenn wir SEINEM Willen freien Lauf lassen und IHN wirken lassen.

Durch meine Geschichte möchte ich dich segnen und ermutigen dich von IHM gebrauchen zu lassen an dem Ort wo du bist, sei ein Segen und schau wie ER dich gebraucht! Nicht jeder ist in die „Weltmission“ berufen, auch die Menschen vor unserer Haustür brauchen Jesus, Berührungen des Himmels. Wir dürfen da wo wir sind ein Segen sein für die Menschen um uns herum und die Atmosphäre durch Gottes Liebe prägen und verändern. Gebrauche deine Gaben, frage Gott wie du deinen Mitmenschen ein Segen sein kannst, segne sie im Gebet, liebe sie. Gott ist mit dir und wirkt Veränderung!

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