Glorycorrie & Potamos

Bereise unser Gott geführtes natürlich übernatürliches Abenteuer mit uns


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Die Juwelen des Alltags

Ich wuchs als Kind der DDR auf. Wenn es in der Weihnachtszeit soweit war, dass ein „Westpaket“ von meiner Patentante bei uns ankam, war dies immer ein ganz besonderer Festtag. Nach dem Abendessen wurde das Paket feierlich auf dem Küchentisch platziert. Als Nesthäkchen hatte ich das besondere Vorrecht, jeden Schatz der sich darin verbarg ans Tageslicht zu befördern. Jeder einzelne Artikel wurde bestaunt, selbst wenn es sich „nur“ um Tempo Taschentücher handelte.

Seit dieser Zeit habe ich mir eine Mentalität angeeignet, besondere Dinge, die ich geschenkt bekomme oder Souvenirs die mich an einen schönen Urlaub erinnern für einen besonderen Moment aufzuheben. So habe ich schon einige Schätze seit meiner Kindheit angesammelt, nur kann ich die Lippenpomade, die nach Erdbeere schmeckt und ich nie verwendet habe, weil sie doch so kostbar und „aus dem Westen ist“, jetzt nicht mehr verwenden. Ich habe hübsche Kerzen seit vielen Jahren im Schrank liegen, weil ich sie für den „besonderen Moment“ aufgehoben habe.

Als ich heute Morgen mit meinen Kindern beim Frühstück saß und wir ein paar Kerzen anzündeten, damit es etwas gemütlicher ist in dieser tristen Jahreszeit, wurde ich ganz nachdenklich. Ich dachte darüber nach, dass wir so viele Schätze haben. Sie alle erzählen eine Geschichte – vielleicht waren sie ein Geschenk von einem besonderen Freund, wir fanden sie in einem schnuckligen Laden in einem hübschen Städtchen im Urlaub, sie standen eines Tages in einer hübschen Präsenttasche vor unserer Tür. Nun schlummern sie hinter Türen, werden hin uns wieder bestaunt, wenn wir Staub wischen, etwas suchen oder etwas anderes aus dem Schrank nehmen und schon gehen die Türen und Schubladen wieder zu und diese Juwelen können weiter schlummern.

Nach und nach kommen immer mehr Schätze dazu und irgendwann haben wir keinen Platz mehr.

Nun habe ich einen mutigen Beschluss gefasst: Ich möchte jetzt Freude haben an diesen Schätzen, das heißt, dass ich sie gebrauchen werde, mich daran erfreuen werde, wenn ich sie benutze. Sicher wird hier und da etwas Wehmut im Spiel sein, aber was nützt es, wenn ich immer mehr Schätze anhäufe und mich nie an ihrer Pracht erfreue?

Ich denke gerade an ein Wort aus Matthäus 6,19-22:

»Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen und wo Diebe einbrechen und sie stehlen. Sammelt euch stattdessen Reichtümer im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie zerfressen und wo auch keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Reichtum ist, da wird auch dein Herz sein.«

Das will ich tun! Ich will es lernen und mein himmlisches Schatzkonto zum bersten bringen.


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Heilung für mein Vaterland

Ich möchte euch heute mal bisschen mitnehmen und erzählen wie Gott mir eine Liebe für unser Land gegeben hat, wo vorher nur Abneigung und Fluchtgedanken  waren:

Ich bin im „Osten Deutschlands“ aufgewachsen, als Kind der DDR. Als ich 10 Jahre alt war, fiel die Mauer. Meine Familie hat auf ein prophetisches Wort hin was Reinhard Bonnke bekam, ehe er als Evangelist nach Afrika ging, immer geglaubt, dass die beiden deutschen Länder wieder vereinigt werden – wie das aussehen würde, wusste natürlich keiner.

Wir erlebten damals – noch zu DDR Zeiten – schon geniale charismatische Aufbrüche und ich war daran gewohnt, Gott zu erleben. Ich entschied mich sehr früh für Jesus und lebte eine sehr innige Beziehung mit Ihm.

Als die Mauer fiel, dachte ich im kindlichen Glauben, jetzt ist Deutschland wieder eins, doch noch 20 Jahre später muss ich immer mal wieder schmerzlich feststellen, wie tief die Wunden der Teilung sitzen, wie viele Vorurteile es auf beiden Seiten gibt und dass einfach noch viel himmlischer Heilungssegen fließen muss. Viele aus dem Osten sind gen Westen abgewandert, weil es für uns einfach wie das Schlaraffenland aussah und es bessere Arbeitsplätze gab, man mehr Geld bekam. So blutete unser Teil des Landes immer mehr aus, die Jungen gingen weg, die Alten blieben zurück, in vielen Regionen gab es keinerlei jungen Leute mehr – Hoffnungslosigkeit machte sich breit.

Lange sah ich das alles nicht, ich wollte nur weg aus unserem Land, irgendwo hin ins Ausland, ich betrachtete verschiedene Möglichkeiten, wenn ausländische Besucher /Touristen davon sprachen wie schön Deutschland ist, dachte ich immer „ Bei euch ist es viel schöner oder in diesem oder jenem Land“. Ich konnte Deutschland nichts aber auch gar nichts Schönes abgewinnen. Ich schämte mich so für all das Schlimme was Deutschland in der Vergangenheit verzapft hat und schämte mich dafür, wenn ich gefragt wurde wo ich herkomme, „Deutschland“ zu sagen.

Ich wünschte mir schon, dass Gott in Deutschland Erweckung schenkt, Leute geheilt werden an Leib, Seele und Geist, aber hatte in mir keine Liebe für die Menschen.

Ich ergriff dann die Gelegenheit und ging auf eine Bibelschule nach Kanada, ich liebte es dort, die Menschen, die Lebensart,… ich erlebte viel Heilung in vielen Bereichen meines Seins, aber meine wohlgehütete Mauer um die „Deutschlandgeschichte“ blieb bestehen – bis wir eines Tages für einen Monat auf einem Outreach geschickt worden in die USA, dort nahmen wir an einer Fürbitter-Konferenz teil, eine der Sprecherinnen fand ich total crazy, aber ein Satz traf mich mitten ins Herz und dieser eine Satz hat mein ganzes Leben umgekrempelt und mich verändert. Sie sagte, „Wenn du willst, dass in deinem Land, in deiner Stadt etwas passiert, dann musst du dafür in den Riss treten und dafür beim Vater einstehen.“ Plötzlich fielen mir wie Schuppen von den Augen, ich sah den Hass den ich unbewusst für Deutschland in mir hatte und dass ich nie wirklich für unser Land gebetet hatte. Ich brach vorm Altar zusammen und heulte Rotz und Wasser. Ich bat Gott um Vergebung für meine Einstellung, ich gab Ihm den Hass und bat Ihn mir eine Liebe für mein Vaterland zu geben.

Als ich nach der Schule heimflog und im Landeanflug war, aus dem Flieger stieg und gen Heimat fuhr, staunte ich die ganze Fahrt über wie schön Deutschland ist. Ich sah es wirklich zum ersten Mal mit leidenschaftlicher Liebe und in mir war ein Feuer geweckt für unsere Nation.

Ein weiteres Schlüsselerlebnis hatte ich 2 Monate nach der Schule, ich schrieb seit einigen Jahren Anbetungslieder – immer auf Englisch …. Als ich eines Tages Jesus anbetete, sagte Er, „Wenn du dein Land mit deinen Liedern erreichen möchtest, die sie in Meine Gegenwart führen, müssen diese Lieder auf Deutsch sein.“ Wieder fiel es mir wie Schuppen von den Augen wie tief meine Abneigung zu unserem Land saß, ich verneinte sogar meine Muttersprache! Wiederum tat ich Buße und bat Gott um Vergebung, es dauerte einen Bruchteil von Minuten bis Er mir ein kostbares Lied schenkte, was nun schon viele Menschen in Seine Gegenwart geführt hat. Wow! Gott ist so gut.

Seit alledem sind nun schon einige Jahre vergangen, ich darf erleben wie Gott unser Land berührt, Heilung schenkt. Durfte mit vielen genialen Männern und Frauen Gottes aus aller Welt überall in unserem Land dienen und ihnen „mein“ Land schmackhaft machen J. Gott hat mir eine tiefe Liebe für unser Land geschenkt wo vorher Hass war, er hat mir eine besondere Liebe und einen besonderen „heiligen“ Eifer für den „Osten“ geschenkt, Ihn hier zu erleben und bekannt zu machen. Wir erleben hier und da Zeichen und Wunder, aber ich erwarte SO viel mehr. Ich bin gespannt wie dieses Abenteuer weitergeht, Gott ist gut und ich darf erleben wie Er Herzen heilt, Wunden schließt und Wiederherstellung schenkt. Wow!